Patti Jenkins: Die Frau die Wonder Woman belebte

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Patti Jenkins: Die Frau die Wonder Woman belebte

Frauen im Film gelten, sofern sie nicht vor der Kamera stehen, in Hollywood noch immer als das schwache Geschlecht. Sie verdienen als Produzentinnen, Regisseurinnen oder Koordinatorinnen meist weniger als ihre männlichen Kollegen und müssen sich in einer rauen Arbeitswelt immer wieder aufs Neue beweisen. Auch Patti Jenkins musste sich unermüdlich neuen Prüfungen und Aufgaben stellen. So arbeitete die heute 47-jährige bereits mit 14 Jahren beim Film, als sie ein Praktikum bei der Hollywood-Legende Allen Ginsberg absolvierte. Selbst machte sich Jenkins Jahre später einen Namen mit mehreren Kurzfilmen und Serien-Episoden für Arrested Developement und Entourage. Als Jenkins 2017 die Aufgabe übernahm, die ikonische Freundin von Superman, Wonder Woman, für das milliardenschwere DC Universum auf die Leinwand zu bringen, verfiel die versammelte Kino-Presse in kurze Schnappatmung.

Einer der erfolgreichsten DC-Filme

Patti Jenkins aber meisterte auch diese Prüfung. Mit Wonder Woman lieferte Sie einen der erfolgreichsten Superhelden-Filme aller Zeiten ab und schlug sogar die Avengers von Marvel an der Kinokasse. Auch heute, zwei Jahre später, gilt Wonder Woman als einer der besten Filme des vereinten DC-Universums. Nicht nur linderte Jenkins Geschichte über die Amazone Diana und ihrem Kampf gegen das Böse die Schmach des Marvel-Konkurrenten DC, sondern sicherte er der Regisseurin selbst auch einen profitablen Folgejob. Schon kurz nach dem Start des Films machte ein Back-End-Deal, also ein Vertrag für den Nachfolger von Wonder Woman, Jenkins selbst zur am bestbezahlten Direktorin in Hollywood.

Erfolg trotz erzählerischer Schwächen

Dazu trug auch der ikonische Look von Wonder Woman bei, die vom israelischen Model Gal Gadot verkörpert wird. Die Amazone trägt wie in den Comics ein unverwechselbares Outfit, vom goldenen hochhackigen Schuh bis hin zum Lasso der Wahrheit, mit dem Wonder Woman ihre Feinde nicht nur einspannt, sondern auch verhören kann. Viele Fans überzeugte der Film, der in den Wirren des Ersten Weltkrieges spielt. Neben vielen positiven Kritiken bemängelten Filmkenner jedoch die Tatsache, dass Wonder Woman zwar gerade in der ersten Filmhälfte eine klassische Heldenreise vollführt, jedoch am Ende keinerlei Lehren daraus zieht. So wird die Göttin im Laufe des Films zwar immer menschlicher und nahbarer, doch legt sie diese positiven Eigenschaften zum Ende des Filmes innerhalb von Sekunden wieder ab. Auch der Bösewicht im Film enttäuscht: Baut Patti Jenkins 140 Minuten Werk doch beständig das Narrativ vom Guten und Böse im Menschen auf und stellt klar, dass es nie nur schwarz und weiß geben kann, ist es am Ende doch der sinistere Kriegsgott Ares, der die eigentlich guten Menschen verdirbt. So widerlegt sich die Geschichte von Wonder Woman am Ende selbst. Das ist schade.

Keine gute Zeit für das DC Universum

Wonder Woman selbst hatte inzwischen ebenfalls ein paar weniger glorreiche Auftritte im DC Universum. Zuletzt im gefloppten Justice League von Zack Snyder. Wenn Patti Jenkins demnächst die Amazone Diana im zweiten Teil von Wonder Woman auftreten lässt, muss sie sich wieder beweisen. Und zwar, dass sie in der Lage ist, das Chaos ihrer Vorgänger zu ignorieren.

Author | emily Comments | Kommentare deaktiviert für Patti Jenkins: Die Frau die Wonder Woman belebte Date | Mai 1, 2019

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